Sportevent der Superlative

 

Bald ist es wieder soweit: Das größte Sport-Event der Welt startet am 5. August 2016 im brasilianischen Rio de Janeiro. Das pompös inszenierte Mega-Event mit 10  500 Athleten aus 206 Nationen, die während 17 Wettkampftagen in 28 Sportarten, 32 Wettkampfstätten und 306 Bewerben gegeneinander antreten werden, geht über die von 7,4 Millionen Plätzen aus beobachtbare Bühne. Mit dabei sein werden auch rund 45  000 freiwillige Helfer und 21  000 Medienvertreter. Letztere werden ihre Kameras bei Gelegenheit vor allem auf die 2 Superstars der Spiele richten – den amerikanischen Schwimmer Michael Phelps und den jamaikanischen Sprinter Usain Bolt. 
 

 

 

Das ist Olympia, wie wir es heute kennen. Aber wie hat alles angefangen – damals vor 2240 Jahren? Lesen Sie hier über den Ursprung der Spiele im alten Griechenland und wie sie sich zu dem entwickelten, was sie heute sind. Gewürzt wird das Ganze mit informativen und erstaunlichen Olympia-Facts.

Es war einmal…

eine antike Kultstätte im Nordwesten der griechischen Halbinsel Peloponnes an einem Ort namens Olympia. Dort rannten anno 776 v. Chr. einige nackte Männer knapp 200 Meter weit zum Zeustempel um die Wette. Der erste durfte das Feuer am Zeus-Altar anzünden – eine Riesen-Ehre und gleichzeitig die Geburt der Olympischen Spiele.

So oder zumindest so ähnlich dürfte es sich wohl zugetragen haben. Aber von Anfang an: Man geht davon aus, dass bereits im dritten vorchristlichen Jahrtausend in Olympia Muttergottheiten und in darauffolgender mykenischer Kultur der Heros Pelops (Namensgeber der Peloponnes) verehrt wurden. Erst im 1. Jahrtausend v. Chr. wurde Zeus zum Mittelpunkt des Kults. Aus dem kleinen sportlichen Wettbewerb zu Ehren des Göttervaters wurde im Laufe der Jahrhunderte ein überregionales Happening, ein „Tummelplatz von Athleten aus der ganzen griechischen Welt“ (Bengtson). Mit der Zeit begannen sich Korruption und Bestechung einzuschleichen, da der in Olympia erkämpfte Ruhm bares Geld wert war – die Sieger lebten nämlich steuerfrei und wurden für den Rest ihres Lebens auf Staatskosten versorgt. 

„Dabei sein“ allein zählte deshalb herzlich wenig – „Kranz oder Tod“ lautete die Devise. Dieser Sieges-Kranz, der „Kotinos“, bestand übrigens nicht aus den vielzitierten Lorbeeren, sondern aus Zweigen des wilden Olivenbaumes, so wie es das Orakel von Delphi auf die Frage, was der – von den Göttern vorherbestimmte – Sieger denn bekommen solle, vorsah. „Fairplay“ war wohl damals ein noch völlig unbekanntes Konzept und hätte es zu dieser Zeit bereits Dopingmittel gegeben, wären sie lt. Jörg Weck, Spezialist für antike Sportgeschichte des Deutschen Sport- und Olympiamuseums, garantiert angewendet worden. Auch einige Kaiser – Tiberius, sein Stiefsohn Germanicus und Nero – nahmen an olympischen Wagenrennen teil. Fortuna lächelte allen drei Regenten dabei auffällig hold und bescherte ihnen den Sieg, auch wenn Kaiser Nero zwischenzeitlich vom Wagen fiel. Mit dem Aufkommen des Christentums fanden die Olympischen Spiele dann unter Kaiser Theodosius als Folge seines Verbots des heidnischen Kults im Jahr 394 n. Chr. ihr Ende. Die letzte antike Olympiade ist somit die des Jahres 393. 

 

 

Wie aber kam es zu dem internationalen, aufwändig inszeniertem Sport-Spektakel der Neuzeit?

Die Begeisterung für Sport, der der französische Student Baron Pierre de Coubertin auf Studienreisen bei englischen Internatsschülern begegnete, und der Fund von Resten der antiken Spielstätte von Olympia waren es wohl, die Coubertin auf die Idee brachten, die Spiele wiederzubeleben. Die euphorischen Gefühle die beim Sport durch Ehrgeiz und Teamgeist entstehen, sah er als ideales Bindemittel, um junge Menschen aller Nationen zu vereinen. Sportinteressierte aus aller Welt bildeten das erste Internationale Olympische Komitee (IOC) mit Coubertin als Generalsekretär. So fand im Jahre 1896 in Athen, ca. 1500 Jahre nach dem Ende der antiken Spiele, eine Neuauflage mit neu beschlossenen Regeln und Disziplinen statt. Vorerst nahmen jedoch nur Männer und Amateure teil. Schon in den nächsten Spielen durfte jedoch – gegen den Willen Coubertins – auch die weibliche Spezies Mensch teilnehmen, zuerst im Tennis und beim Golf. Die Amateurregelung wurde jedoch erst 1981 eliminiert. Seit 35 Jahren dürfen also auch Sportprofis antreten – zum Glück, sonst müsste Olympia wohl auf etliche Sportstars wie Michael Phelps oder Usain Bolt verzichten. 

 

 

Die Olympischen Spiele heute

Nur wenige Ereignisse können auf eine derart lange Geschichte zurückblicken: Vom heidnischen Kult der Antike über eine „Gentleman-Sportveranstaltung“ ohne kommerzielle und politische Interessen bis hin zum heutigen milliardenschweren Sport- und Medien-Mega-Ereignis, das uns mit leistungsstarken, disziplinierten, taltentierten, jungen und schönen Menschen bei spannenden Wettkämpfen erfreut und im günstigsten Fall sogar selbst zu sportlicher Ertüchtigung anspornt. Einmal eine olympische Medaille in Händen halten ist wohl der Traum aller Sportler, ähnlich der Anziehungskraft eines Oscars in der Filmwelt. Also dann, lassen Sie sich anstecken vom Olympia-Fieber, laden Sie sich ein paar Freunde ein, reichen Sie sich die Hände wie die bunten Rio-Logofiguren und genießen Sie die Aussicht auf sportliche Meisterleistungen und ansehnliche Protagonisten. Meine Favoriten sind die Turmspringer - und Ihre?

 

Wussten Sie schon, dass ...

…die Athleten im antiken Griechenland bei den Wettkämpfen („Agone“) deshalb nackt waren, weil dies die Harmonie zwischen Körper und Geist versinnbildlichen sollte?

…das Herz Pierre Coubertins, des Ehrenpräsidenten der Olympische Spiele, in einer extra für ihn erbauten Gedenksäule in Olympia (Griechenland) seine letzte Ruhestätte fand?

…keine Friedenstauben mehr bei der Eröffnungsfeier gen Himmel flattern, weil sich einige Tiere 1988 in Seoul in die Flammen verirrten, Feuer fingen und brennend vom Himmel stürzten? 

…ein russischer Fackelträger 2014 bei seinem Lauf entlang der Kreml-Mauer für seine erloschene Fackel einfach die Kreml-Wache nach Feuer fragte, die Fackel mit dem Feuerzeug des Wachmannes wieder entzündete und mir nichts, dir nichts mit dem gänzlich ordinären Feuer weiterlief? 

…die fünf bunten, verschlungenen olympischen Ringe die fünf Kontinente Amerika, Europa, Afrika, Asien und Australien repräsentieren?

…das Entzünden der Fackel im griechischen Olympia von einer als antike Priesterin verkleideten Schauspielerin mittels Parabolspiegel geschieht?

… in Sotschi 2014 ein 73-jährige Fackelläufer nach nur 150 mit der Fackel gelaufenen Metern an einer Herzattacke starb?

…das Olympische Feuer zum ersten Mal 1928 in Amsterdam brannte?

… es unzählige Computerspiele rund um die Olympischen Sommer- und Winterspielen gibt. Am bekanntesten dürften wohl die olympischen Abenteuer Super Marios auf Nintendo sein. 

…der erwartete Gewinn (vor allem aus TV-Übertragungsrechten) der Spiele in Rio (4 Jahre-Zyklus) für das IOC insgesamt auf ca. 4 Milliarden US-Dollar geschätzt wird?

…die Spiele in Rio mit etwa 9 Milliarden Euro (für Infrastruktur, Sportstätten und Verwaltungskosten) zu Buche schlagen?

…der Slogan der Spiele dieses Jahr: "Viva sua paixão" ("Lebe deine Leidenschaft") lautet?

…die Rio-Olympia-Maskottchen „Vinicius“ und „Tom“ die Namen des Texters (Vinicius de Moraes) und des Komponisten (Antônio "Tom" Carlos Jobim) des chillig-jazzigen Kultsongs „The Girl from Ipanema“ von 1962 tragen?


Alle Olympischen Disziplinen im Überblick: www.olympic.org/sports

 

 

  

Brigitte Kantusch

Urlaubsbox Redaktionsleitung
Nach Ihrem Kommunikations- und Medienstudium hat sie ihr Hobby zum Beruf gemacht.
Seit Juli 2015 ist sie dem Thema Urlaub in all seinen Facetten mit flinker Feder auf der Spur.



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